Wildunfall

Achtung – Wildunfälle im April und Mai!

Inzwischen wissen viele Verkehrsteilnehmer, wie wichtig eine angepasste Geschwindigkeit in Streckenabschnitten mit Wildwechsel ist. Aber ebenso wird die Gefahr auch oftmals drastisch unterschätzt.

Speziell im Monat April und Mai steigt das Risiko in einen Wildunfall verwickelt zu werden drastisch an. Der Grund ist nicht nur die Suche nach Futter oder der Wechsel in ein neues Revier sondern auch die Zeitumstellung.

Wildtiere lernen, zu welchen Zeiträumen am gefahrlosesten eine Straße überquert werden kann. Bei der Zeitumstellung im Frühjahr entsteht das Problem, dass das Fahrzeugaufkommen plötzlich eine Stunde früher ansteigt und es zudem anfangs auch noch dunkel ist. Damit steigt die Gefahr gegenüber dem März im April und Mai um ca. das Doppelte an – genau genommen um 60%. Bitte achten Sie speziell in dieser Zeit, noch mehr wie sonst, auf Hinweisschilder bzw. Verkehrszeichen!

Grundsätzlich wird jedoch von sehr vielen Verkehrsteilnehmern immer noch die Gefahr, die von einem Wildunfall ausgeht, unterschätzt. Wenn man ein kleines Reh am Straßenrand liegen sieht, dann denkt man schnell, dass der Aufprall nicht so schlimm gewesen sein kann, aber das ist ein fataler Irtum.

Totes Reh
Verletzte Tiere schleppen verenden oft erst nach mehrere Tagen qualvoll. Also bitte immer einen Wildunfall melden.

Sollten Sie mit 60 km/h unterwegs sein und Ihnen schlägt ein 20 Kilogramm schweres Reh frontal ins Auto, entspricht das einer Aufprallenergie von ca. einer halben Tonne. Ein Dammhisch bringt es schon auf 2,5 Tonnen und bei einem ausgewachsenen Rothirsch sprechen wir von 5 Tonnen, die auf Ihr Fahrzeug einwirken!

Die meisten Unfälle passieren in den Abend- und frühen Morgenstunden. Die Tiere ziehen zur Äsung vom Wald auf die Felder und danach wieder zurück in den Wald. Gefahrenbereiche sind mit dem Schild „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet.

In diesem Zusammenhang gibt es eine sehr gute Informationsseite des Deutschen Jagdverbandes e.V. mit sehr vielen Informationen rund um den Wildunfall. Schaut mal rein.

In diesem Zusammenhang wurde von den Jägern in Deutschland das Projekt Tierfund-Kataster ins Leben gerufen. Durch dieses Projekt kann jeder Verkehrsteilnehmer und Naturliebhaber aktiv mithelfen, verunfallte Tiere zu melden. Die Daten werden von der Universität Kiel ausgewertet.

Nutzen Sie dafür die kostenlose Tierfund-Kataster-App, die im App-Store von Apple und Google zum Download angeboten wird. Zudem können auch bequem von zuhause über die Website tierfund-kataster.de Wildunfälle gemeldet werden. Helft alle mit, es ist wirklich wichtig! Auf dieser Website gibt es auch alle weiteren Informationen zu diesem Projekt.

Was ist unbedingt nach einem Wildunfall zutun?

Deine Sicherheit und das der anderen Verkehrsteilnehmer steht an oberster Stelle und so ist als erstes die Unfallstelle korrekt abzusichern. Schalte die Warnblinkanlage ein, ziehe Deine Warnweste über und sichere die Unfallstelle durch ein Warndreieck in ausreichemdem Abstand ab.

Bei Personenschäden ist dann sofort Erste Hilfe zu leisten und der Notruf zu wählen (112).

Verendete Tier bitte niemals mit blosen Händen anfassen, da diese auch mit für den Menschen gefährlichen Krankheiten infiziert sein können. Sollte das Tier noch leben, dann nehme einen größeren Abstand ein. Sollte das Tier dennoch flüchten, dann verfolge es bitte nicht! Merke Dir nur, in welche Richtung das Tier geflüchtet ist, so dass Du es dem Jäger später genau beschreiben kannst.

Sollte nicht bereits ein Notruf abgesetzt worden sein, dann kontaktiere Jäger oder Polizei (110) und gebe Deinen Standort so genau wie möglich durch. Denke daran, Dir für Deine Versicherung eine Wildunfallbescheinigung ausstellen zu lassen.

(mr)

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