Rehkitzrettung mit Hund und Drohne

Rehkitzrettung mit Hund und Drohne

Das Grundgesetz regelt den Tierschutz in Art. 20 und ist damit als Staatsziel gesetzt und fordert, dass vor (und während) der Mahd erforderliche Maßnahmen zu ergreifen sind, um insbesondere Rehkitze vor dem Ausmähen zu schützen. Der erste Paragraph im Tierschutzgesetz bestimmt außerdem, dass niemand ohne vernünftigen Grund Tieren Leiden und Schmerzen zufügen darf. Da die Mahd alleine kein vernünftiger Grund ist, werden zusätzliche Schutzmaßnahmen benötigt. Entsprechend des Verursacherprinzips sind somit primär die Landwirte und der Maschinenführer für das Absuchen der Fläche verantwortlich. Für den Jagdausübungsberechtigten gibt es zwar eine Mitwirkungspflicht (vgl. §1 Abs. 1 S. 1 BJagdG – Hegepflicht) aber der Verantwortliche bleibt der Landwirt.

Nun ist die Rehkitzrettung ja keine „neue Erfindung“, seit es Drohnen mit Wärmebildkameras gibt, sondern wurde auch früher schon regelmäßig durchgeführt. Vielleicht nicht ganz in dem Umfang und so strukturiert wie heute aber es gehörte schon immer zu waidgerechtem Handeln, die Wiesen vor der Mahd abzusuchen.

Das geschah früher meist mit einer größeren Anzahl an Helfern und vor allen Dingen Jagdhunden. Heutzutage gehen wir etwas moderner an die Sache heran und können so natürlich viel mehr Fläche absuchen und auch schneller vor dem Mähen aktiv werden.

Am heutigen Morgen haben wir so in Hilgenroth vor der Mahd ca. 7 ha Fläche abgesucht und konnten insgesamt vier Rehkitze vor dem Ausmähen retten. Zum Einsatz kam eine Drohne von DJI mit Wärmebildkamer und mein Hund Bond vom Nieklitzer Moor. Fairerweise muss man sagen, dass er nicht wirklich viel zutun hatte, denn die Wärmebildtechnik ist so gut, dass Tiere direkt erkannt werden können. Ein wenig schwer ist es nur über den Bildschirm zu erkennen, ob es sich um eine gerade verlassene Liegestelle handelt oder ob sich dort noch ein Tier befindet. Aus diesem Grund waren wir heute mit fleißigen Helfern – unseren Frauen – ausgestattet, die sich per Telefon genau an die Stellen dirigieren lassen. Von den vier gefundenen Kitzen ist eines selbständig zum Waldrand gelaufen, die anderen wurden in Wäschekörben in die Dickung des Waldrandes gebracht und dort fixiert. Durch die Kamera konnten wir auch einige Ricken bereits im Vorfeld flüchten sehen.

Ganz wichtig dabei ist, die Kitze nicht zu berühren. Der menschliche Geruch veranlasst die Ricken häufig dazu, die Kleinen zu verstoßen. Somit werden grundsätzlich Gummihandschuhe und viel Gras verwendet, um eine Berührung zu vermeiden.

Da die Kitze in Wäschekörben oder anderen geeigneten Behältnissen oftmals fixiert werden, bis die Mahd vorbei ist, sollten Wanderer oder Fußgänger bitte die Körbe nicht hochheben – auch wenn niemand in der Nähe ist. Das dient alles dem Zweck, die Rehkitze vor dem Zurücklaufen in das hohe Gras zu hindern. Außerdem werden die Ricken von den Klagelauten der Kleinen angezogen und können nach dem Freilassen schneller gefunden werden.

Sobald ein Feld vollständig abgesucht war, begann der Landwirt mit der Mahd. Ich ging das Feld und die Ränder noch einmal mit Bond ab, um zu verhindern, dass anderes Rehwild sich wieder zurück in das hohe Gras flüchtet.

Diese Aufgaben gehören ebenfalls zu den Hegeaufgaben einer waidgerechten Jagdausübung und sind obendrein noch sehr schön. Zwar gibt der Gesetzgeber, wie im ersten Absatz beschrieben, ja klare Vorgaben aber richtig sinnvoll wird das natürlich nur mit einer guten Beziehung der örtlichen Jägerschaft und den Landwirten. Diese ist bei uns gegeben und so kommen die Anfragen von den Landwirten jedes Jahr und auch der Wille bei uns ist vorhanden, sich die Zeit zu nehmen, diese wichtigen und schönen Aufgaben durchzuführen!

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